Niedersächsischer Fussballverband
Futsal
In Deutschland fast unbemerkt mausert sich in nicht wenigen europäischen, südamerikanischen und asiatischen Ländern der Hallenfußball zur eigenen Sportart: Futsal.
Futsal wird bereits in etwa 100 Ländern wettkampfmäßig gespielt. Der Name stammt aus dem Spanischen (FUTbol SALa) und bedeutet soviel wie Hallenfußball. Der Ursprung des Futsal liegt in Uruguay, wo im Jahre 1930 Juan Carlos Ceriani diese Form des Hallenfußballs speziell für Jugendliche entwickelte. Das Feld war so groß wie ein Basketballplatz. Die Seitenlinien waren die Begrenzung, es wurde also ohne Bande gespielt.
Rasante Fußball-Schule
Futsal ist ein sehr schnelles, technisch intensives und faires Spiel, bei dem man mit einem kleineren Ball, mit weniger Druck, auf zwei Handballtore spielt. Eine Mannschaft besteht aus vier Feldspielern, einem Torwart und bis zu sieben Ergänzungsspielern. Die Regeln sind so ausgelegt, dass Foulspiel zu wirklichen Spiel-nachteilen führen kann (ab 6. Mannschaftsfoul pro Halbzeit – Strafstoß).
Große brasilianische Fußballer wie Pelé, Zico und Ronaldo spielten in ihrer Jugend ausschließlich Futsal und erlernten hierbei ihre technischen Fähigkeiten, die sie später in den Großfeldfußball mit einbringen konnten.
In Deutschland ein Stiefkind
Führende Fußballnationen (bis auf Großbritannien und Deutschland) wie Brasilien, Frankreich, Spanien, Italien, Portugal, Niederlande etc. haben Futsal schon in die Talentförderung integriert. Dabei zeichnet sich eine Entwicklungstendenz in der Ausbildung junger Fußballer ab, die wir in Deutschland ebenfalls nutzen müssen.
Ideal für das Jugendtraining
Aber warum Futsal im Kinder und Jugendtraining? Mit dem besonderen Ball, der nicht so schnell verspringt, haben vor allem Kinder und Jugendliche, die sich im Wachstum befinden, die Möglichkeit, den Umgang mit dem Ball besser und leichter zu erlernen. Futsal ist ein körperloses Spiel, das die Schwerpunkte auf Technik und Beweglichkeit setzt. Zusammengefasst ergeben sich folgende Vorteile: das Zweikampfverhalten wird intensiv geschult
das Kurzpassspiel wird erlernt
Spielverständnis, -intelligenz und Konzentrationsfähigkeit werden perfekt aufgebaut
Kreativität und automatisierte Bewegungsabläufe finden hier ein tolles Miteinander
Eigeninitiative ist eine unbedingte Spielvoraussetzung. Verstecken ist nicht!
Positionswechsel durch Spielbeobachtung und Spielvariabilität
Dribblings unter schwierigsten Bedingungen (Raum/Zeit)
Vielleicht werden dann die Kids hierzulande in ein paar Jahren ähnlich versiert am Ball sein, wie die »Ronaldos« von heute, um in einer Futsal-Profimannschaft zu spielen.
Solche Profiligen für Futsal gibt es gegenwärtig u.a. in Spanien, Portugal, Russland und Brasilien. Gute Spieler können dort bis zu 20000 US-Dollar im Monat verdienen.
Welt- und Europameisterschaften gibt es auch schon
Auch werden bereits Welt- und Europameisterschaften ausgetragen. Waren es bei der ersten WM 1989 in den Niederlanden erst 16 Mannschaften, die auf Einladung der FIFA um den Titel stritten, bewarben sich für die WM 2000 in Guatemala 72 Nationen um die 16 freien Plätze, so dass sogar Qualifikationsspiele stattfinden mussten.
Weitere Infos...
Weitere Informationen zu Futsal, beispielsweise zum Regelwerk, finden Sie hier beim DFB.
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